Mehrwerthof

Ausblick

Auf die am Projekt „Mehrwerthof Markt Schwaben” beteiligten Praxispartner kommen zahlreiche Aufgaben zu, um das Leuchtturmprojekt „Mehrwerthof Markt Schwaben” erfolgreich durchzuführen. Es wurden bereits einige Maßnahmen genannt, welche zeitnah umgesetzt werden müssen. Im Folgenden soll noch einmal kurz zusammengefasst werden, was die nächsten Schritte sind. Ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil für den Erfolg des Projektes ist der Netzwerkaufbau bzw. die Netzwerkpflege. Beziehungen unterhalb der Partnerorganisationen sollen gestärkt, außerdem neue Partner gefunden werden. Des Weiteren ist die Bürgerpartizipation ein elementares Ziel, welches sich durch alle erläuterten Bausteine (Ressourcen, Veranstaltungen, Marketing) zieht. Für die Umsetzung müssen bereits während der Bauphase Vorbereitungen getroffen werden. So bedarf es der Entwicklung von App und Website, dem Anlegen und der Pflege von Social-Media-Accounts und der frühzeitigen Planung von Veranstaltungen. Außerdem sollte ein umfassendes Konzept zur Integration der Langzeitarbeitslosen, entsprechend deren individuellen Kompetenzen und Interessen, entwickelt werden.

Während der kommenden Monate werden Wissen und die Erfahrungswerte rund um das Projekt Mehrwerthof ausgebaut. Das Wiki ist ein wichtiger Ort, um diese Informationen zu sammeln. Im Optimalfall werden im Wiki auch Informationen von externen Personen vermerkt, welche sich mit bestimmten Thematiken auskennen. Diese gemeinschaftliche Wissensgenerierung stellt für alle Beteiligten einen Gewinn dar. Von Partnerschaften zu anderen Gemeinden, die ebenfalls an einem Modellprojekt „Mehrwerthof” interessiert sind, würde Markt Schwaben enorm profitieren. Daher ist es sinnvoll, andere Gemeinden vom Konzept zu überzeugen und diese zu mobilisieren, damit sie sich am Leuchtturmprojekt in Markt Schwaben orientieren.

Im Rahmen des vorliegenden Konzeptes wurden bereits Bausteine erläutert und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. Diese stellen eine gute Grundlage auf dem Weg zu einem sozial-integrativen Mehrwerthof dar. Für ein ganzheitliches und wirkungsvolles Projekt müssen jedoch darüber hinaus andere Bausteine ausgearbeitet werden. Beispiele hierfür sind die Struktur (Räumlichkeiten, Werkstätten, Lager, Verkaufsräume), der Annahmeprozess bzw. die Übergabe und die Lagerung. Deren Ausgestaltung ist ein dringend zu vollziehender Schritt, von welchem auch das weitere Vorgehen abhängig ist. In die Planung und Durchführung des Projektes „Mehrwerthof Markt Schwaben” werden viele Ressourcen sowie viel Zeit und Engagement investiert (sogenannter “Input”). Deshalb ist es im Sinne der Projektpartner, die größtmögliche Wirkung zu erzielen und diese auch im Nachhinein nachvollziehen zu können. Deshalb empfiehlt es sich, nach einer gewissen Laufzeit des Projektes „Mehrwerthof Markt Schwaben” einen Evaluierungsprozess anzustoßen.

Bei der Wirkungsmessung von Projekten wird zwischen verschiedenen Wirkungsebenen unterschieden. Der sogenannte „Output” meint die Ergebnisse, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Projektmaßnahmen stehen. Damit sind z. B. die Anzahl der durchgeführten Workshops, Informationsveranstaltungen und Bildungsangeboten gemeint. Der Output beschreibt also, ob die Aktivitäten wie geplant stattfinden, ob die entsprechende Zielgruppe erreicht und das Angebot akzeptiert wird. Der „Output” ist an sich noch keine Wirkung, aber die Voraussetzung dafür, denn wenn niemand an den Angeboten teilnimmt, kann auch keine Wirkung erreicht werden.

Die Wirkung auf Ebene der Zielgruppe wird durch mit dem Begriff „Outcome” betitelt. Bei der Zielgruppe handelt es sich um die EinwohnerInnen der Gemeinde Markt Schwaben. Eine solche Veränderung ist meist relativ zeitnah beobachtbar. Es ist schnell zu sehen und zu hören, wie die BürgerInnen den Mehrwerthof anders als den ehemaligen Wertstoffhof wahrnehmen und nutzen, welche Rückmeldung von den EinwohnerInnen kommt. Vielleicht ist bemerkbar, wie eine Sensibilisierung der Zielgruppe stattfindet, wie sich deren Einstellung zum Konsumverhalten und linearen Wirtschaftsmodell geändert hat. Wenn ein solcher „Outcome” erreicht wurde, spricht man von einer tatsächlichen Wirkung des Projekts. Er beinhaltet eine Veränderung des Bewusstseins bei der entsprechenden Zielgruppe, woraufhin diese ihr handeln ändert und sich deren Lebenslage verändert. Sobald dies erreicht wird, ist bereits ein großer Teil der Vision zur Realität geworden.

Es ist jedoch auch das Potenzial vorhanden, dass sich durch das Projekt in Markt Schwaben auf gesamtgesellschaftlicher Ebene etwas wandelt. Diese Wirkungsebene wird „Impact” genannt. Sobald sich die Gesellschaft langfristig verändert und sich die Wirkung über die Gemeinde Markt Schwaben hinaus erstreckt, kann von einem solchen „Impact” gesprochen werden (vgl. Phineo 2017). Ein derartiger Erfolg stellt zwar eine Zukunftsaussicht dar, jedoch rückt dieses Ziel in greifbare Nähe, wenn sich mehrere Gemeinden das Leuchtturmprojekt zum Vorbild für die Schaffung eines eigenen Mehrwerthofes nehmen. Dann besteht die Möglichkeit, dass eine Gegenbewegung zum rein linearen Wirtschaftsmodell geschaffen und ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft gegangen wird. Dies wurde erreicht, wenn sich die Kreislaufwirtschaft in den Köpfen der Menschen zu einem praktikablen Wirtschaftsmodell wandelt und sich deren Präferenz von der Wegwerf- zur Reparaturkultur verschiebt. Des Weiteren kann das Projekt über die Gemeinde hinaus dazu beitragen, dass die Kreislaufökonomie genutzt wird, um benachteiligten Gruppen wie Langzeitarbeitslosen neue Möglichkeiten und Chancen zu eröffnen.

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